Wichtig zu beachten beim Wechsel von DSL zu Long Term Evolution

Die drei größten und noch einzigen LTE-Netzbetreiber bauen immer weiter und schneller ihre LTE Netze in den ländlichen Regionen aus. Der Hauptgedanke vom neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution war eigentlich, das LTE Netz hauptsächlich für Haushalte auszubauen, in denen noch gar kein DSL oder ein anderer kabelgebundener Breitband Zugang verfügbar ist. Aber auch für die breite Masse, die bereits seit längerem einen DSL Anschluss haben stellt sich ab jetzt die Frage, ob sich ein Wechsel vom DSL Anschluss zu dem neuen Standard LTE lohnen würde oder wird. Aber gerade die Internet Nutzer, die mit einem DSL Light Anschluss oder DSL 1000 im Internet unterwegs sind, können sich von einem LTE Anschluss deutlich sehr viel höhere Datenraten versprechen. Auch aus den Kommentaren vieler Interessenten für die neue Breitbandtechnologie wird eine Absicht zum Wechsel vernehmlich. Dieser Artikel wird ihnen einige Details erklären und könnte vielleicht sogar eine kleine Entscheidungshilfe für die sein, die über einen Wechsel von DSL zum Mobilfunkstandard Long Term Evolution in Erwägung ziehen. Denn es ist wichtig die richtige Entscheidung zu treffen deswegen gibt es einige Aspekte die man vorher etwas überbedenken sollte. Der Hauptgrund für die Überlegung zum Wechsel auf die neue Technologie wird bei vielen Internet Nutzern die eigene Datenrate sein. Das Vodafone Unternehmen verspricht, am Anfang für die eigenen Long Term Evolution Datenraten von bis zu 50 Mega Bit pro Sekunde. Das klingt natürlich sehr verlockend für alle Nutzer, die immer noch mit kleinen Datenraten von 2 Mega Bit pro Sekunde oder sogar noch weniger durch das Internet schleichen. Doch bevor Sie zur Tat schreiten erst Vorsicht geboten werden. Vorher sollte das spezifische Nutzerverhalten reflektiert werden, bevor man seinen schon vorhandenen DSL Internet Anschluss kündigen will.

Die Volumenbegrenzung bei LTE
Einer der wichtigsten Punkte, die überdacht werden sollten, ist die vom LTE-Netzbetreiber im Paket enthaltene Volumenbegrenzung. Bei einem gut ausgesuchtem DSL Zugang handelt es sich bei den meisten DSL Angeboten um eine echte Flatrate. Das heißt, egal wie viel man im Internet surft, sich Dateien herunterlädt oder eigene Dateien im Internet hochlädt, die Geschwindigkeit vom DSL Anschluss verändert sich nicht und es gibt auch keinerlei Volumenbegrenzung. Bei einem Zugang zu einem LTE Anschluss ist dies aber noch anders, denn bei den allerersten LTE Paketen der LTE Mobilfunkbetreiber greift nach der Überschreitung einem vom Paketabhängigem Datenvolumen, Automatisch eine Drosselung der Datenrate ein und ihr LTE Anschluss wird dadurch langsamer. Bekannt ist diese Drosselung der Geschwindigkeiten schon von UMTS Datentarifen. Die Drosselung der LTE Tarifpaketen setzt ab der Überschreitung von 3GigaByte, 5GigaByte, 10GigaByte, 15GigaByte und 30GigaByte ein. Jedoch auf welche Geschwindigkeit die Verbindung Gedrosselt wird, hängt allein vom LTE-Anbieter ab und dessen gewählten LTE-Tarif ab. Alle Internet Nutzer die außerordentlich große und viele Dateien aus dem Netz herunterladen oder ebenso diese ins Netz hochladen, sollten vorher überprüfen, ab welcher überschrittenen Größe die Drosselung für sie in Kraft tritt und ob man mit der verkleinerten Datenrate trotzdem noch zufrieden sein kann. Der kleinste Deutsche Telekom LTE Tarif von 3,2MBit/s verringert die Datenrate beispielsweise zuerst auf 1MBit/s nach Überschreitung der 3Giga Byte Grenze, auf 384 KBit/s nach 5Giga Byte verbrauchtem Volumen. Dies wäre also eine Geschwindigkeit vom UMTS Standard. Natürlich kann bei dem Niveau von Breitband keine Rede mehr sein, doch dies sind alles die ersten schritte von LTE. Manche können sich vielleicht noch daran erinnern wie es am Anfang von der DSL Breitbandtechnologie war, als dass 56Kbit/s Modem noch Standard war.

Schwankende Datenraten im LTE Netz
!!!Die Datenrate bei Funkverbindungen, also auch bei LTE, ist wesentlich unstabiler als bei einem kabelgebundenem DSL Zugang. Je nach Tageszeit oder Wochentag können massive Unterschiede auftreten. Zu Tageszeiten an denen besonders viele im Internet unterwegs sind, können die Datenraten extrem einbrechen. Die Zuverlässigkeit ist also bei einem DSL Anschluss deutlich höher im Vergleich zu LTE. Bucht mal einen LTE Tarif mit 20 MBit/s muss bedacht werden, dass es sich dabei um eine "bis zu..." Angabe handelt, in der Realität kann die Datenrate deutlich niedriger sein. Auch langfristig kann sich die Geschwindigkeit des LTE Anschlusses verändern. Gerade zum Start der LTE Netze gibt es noch wenige Nutzer, die sich die Bandbreite teilen müssen. Das wird sich in Zukunft ändern. Wenn immer mehr Haushalte LTE bestellen, muss die vorhandene Bandbreite auf die wachsende Anzahl von Nutzern aufgeteilt werden. Es ist also durchaus möglich, dass man am Anfang noch zufrieden ist mit dem Anschluss, sich die Datenrate aber über die Monate sukzessive verringert.

Fazit:
Wer eine Internetverbindung mit stabiler Datenrate benötigt, oder ein sehr großes Datenvolumen monatlich verbraucht, sollte sich einen Wechsel von DSL zu LTE gut überlegen. Hier bringt eine konstante Datenrate und eine echte Flatrate möglicherweise mehr Vorteile als zeitweise ein paar MBit/s mehr Durchsatz zu haben. Für Kunden, die DSL Light haben macht ein Wechsel jedoch fast immer Sinn, da selbst der gedrosselte LTE Anschluss noch mindestens die gleiche Datenrate wie DSL Light bietet. Allen, die einen DSL Anschluss mit mehr als 2 MBit/s haben kann man von einem Wechsel zu LTE eher abraten, hier ist ein Wechsel nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Hinweis:
Dort wo die Telekom DSL anbieten kann wird ein Wechsel zu Telekom LTE nicht möglich sein, hier muss man auf ein Angebot von Vodafone oder O2 ausweichen.