Hersteller Keymile: LTE keine Alternative zu Glasfaser Internet

Am 16.11.2010 kommentierte Herr Björn Claaßen vom Hersteller Keymile, führend in der Herstellung der Datenübertragungssysteme für Next Generation, das Bundesregierungs-Konjunkturpaket II: Im Internet liegt die Zukunft, ob es nun die Nutzung über Funk oder das Glasfaser Internet ist. Nicht nur wenn es um hochauflösendes 3D TV oder online Spieletechnik der neusten Generation geht, sondern auch die Kommunikation über Audio und Video mit Geschäftspartnern, Familienangehörigen oder Freunden. Dies wird in zehn Jahren selbstverständlich sein. Heute jedoch stehen dem stetig steigenden Bedarf in dieser Richtung die ungenügende Versorgung der Breitbandanschlüsse entgegen. Es müssen die für ein Glasfaser Internet oder LTE entsprechenden Breitbandanschlüsse zur Verfügung stehen, damit alle Unternehmen und Bürger diesen schnellen Internetzugang in vollem Umfang nutzen können. Dies ist eine große Herausforderung für alle Netzanbieter. Es kann in Deutschland immer noch keine Rede davon sein, dass die Versorgung des Internets flächendeckend ist. Es ist auch fraglich, ob die Versorgung mit den zurzeit gegebenen Rahmenbedingungen in den nächsten Jahren erreicht werden kann. Das sogenannte Bundesregierungs-Konjunkturpaket II wird daran nicht viel ändern können. In diesem Regierungspaket II wird vorgesehen, dass mit den Investitionsmaßnahmen bis zum Jahr 2014 eine Bandbreite von 50Mbit/s für ca. 75% der Haushalte zur Verfügung stehen. Long Term Evolution kurz LTE gilt unter den zukünftigen Mobilfunkstandards als der große Hoffnungsträger. Für eine bessere Funkabdeckung und eine höhere Bandbreite soll der UMTS-Nachfolger LTE für mehr Kapazität sorgen. Deswegen setzen die Mobilfunkbetreiber auf die neue Technik LTE und nicht auf das Glasfaser Internet, um auch in ländlichen Gebieten die fehlende Breitbandverbindung auszubauen. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung vor allem für die Gebiete, die bisher gar nicht mit Internet versorgt wurden. Dies würde allerdings bedeuten, dass LTE für die in Zukunft benötigte hohe Bandbreite nicht ausreichend geeignet ist, denn die bisherigen weißen Flecken würden durch die Funk Breitbandverbindung lediglich in graue Flecken umgewandelt werden. Der Nachteil, den LTE aufweist, liegt in der Funkzelle, also dem Sendemast: Bei steigender Nutzeranzahl müssen sich die Teilnehmer die verfügbare Bandbreite teilen. Um jedem Nutzer die fast unbegrenzte Bandbreite zu ermöglichen, sind Glasfaserkabel für das Glasfaser Internet zurzeit immer noch die bessere Alternative zu LTE. Jedoch werden in den ländlichen Räumen, wo es nur wenige Haushalte gibt, keine Glasfaserleitungen verlegt, da diese viel zu teuer sind. Über Funk, also LTE wird dies wiederum kein Problem sein.

Dieses Bundeskonjunkturpaket II ist also anders ausgedrückt nicht ambitioniert genug, um die erforderlich hohen Bandbreiten für alle Nutzer zu realisieren. Also wäre letzten Endes, für die Versorgung der Unternehmen und Haushalte mit besonders leistungsfähigen Netzen, die Verlegung von Glasfaserkabel unverzichtbar um schnelles Surfen mit den Glasfaser Internet zu bewerkstelligen. Zumindest dort, wo es sich für die Internetprovider rentieren würde, und das wäre bestimmt nicht in den Dörfern und Kleinstädten. Doch da in Zukunft viele Anwendungen für das Internet sicherlich nicht bescheidener werden, muss eine Lösung schnell gefunden werden. Sowohl die Datenmengen, die Nutzeranzahl sowie die Nutzungsdauer nehmen steigend zu, und auch für das zeitgleiche Nutzen von HD TV sind viele Hundert MBit/s erforderlich. Es muss das Ziel sein, mittelfristig 90% der Unternehmen und Privathaushalte mit deutlich mehr als 200Mbit/s auszustatten.

Eine Studie ergab, dass im Jahr 2020 ein Datentransfervolumen von ca. 1Gbit/s erforderlich sein wird, um einen reibungslosen digitalen Ablauf zu gewährleisten. Dies lässt sich mit der bisherigen Internetentwicklung nur mit einem Glasfaseranschluss bewerkstelligen. Wenn bis dahin keine andere Lösung gefunden werden kann, könnte in Deutschland die Dreiklassengesellschaft in Bezug auf die Breitbandversorgung in eine Zweiklassengesellschaft gewandelt werden. Dies würde bedeuten, dass die Großstädte eine High-Speed-Bandbreite mit Datenraten bis zu 1Gbit/s besitzen und die restlichen Regionen (oder graue Flecken) müssten sich mit einer niedrigeren Breitbandversorgung begnügen, die im zweistelligen Mbit/s Bereich liegt.